Die hybride App

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Ist App gleich App? Eben nicht! Doch ist das selbst manch mobilen “Heavy Usern” nicht bewusst. Wir wollen Licht ins Dunkle bringen und Euch die 3 Allstars native App, Web-App und hybride App vorstellen.

Im letzte Teil der Blogreihe wird die hybride App betrachtet. Was hat diese mit der nativen App und der Web-App gemein und wie entsteht sie.

Die hybride App ist eine Kombination aus einer nativen App und einer Web-App. Doch wie verheiratet man diese komplett verschiedenen Technologien? Zunächst wird eine ganz normale Web-App mit den gewohnten Web-Technologien erstellt. Dieser erste Schritt verrät eigentlich schon die Vorteile, die die hybride App aus der Web-App in sich aufnimmt: einen kurzen Entwicklungszeitraum sowie Plattform- und Geräteunabhängigkeit.

Nun folgt der interessante Schritt: das Aufrüsten der Web-App zur hybriden App. Hier greifen Frameworks wie PhoneGap. Die Frameworks legen eine Art nativen Wrapper (quasi einen Rahmen) um die Web-App und simulieren somit einen Webbrowser ohne Navigationsleiste. Dadurch wird einerseits der Upload in die verschiedenen App Stores ermöglicht und andererseits der Zugriff auf die Hardware der mobilen Endgeräte. Der Zugriff auf die Hardware erfolgt über JavaScript.

Zusammenfassend ermöglichen hybride Apps es also, auf die Hardware des mobilen Endgeräts zuzugreifen und die App über einen App Store zu vertreiben, während die Anwendung ausschließlich auf HTML5, CSS3 und JavaScript usw. basiert.

App Vergleich

Quelle: Nach www.ibm.com

Aber wo Sonne ist, ist auch Schatten, denn die hybride App vereint nicht nur die Vorteile der nativen App und der Web-App, sondern leider auch die Nachteile. Seitens Web-App heißt das, Look and Feel einer nativen App kann nicht erreicht werden, auch die Performance der Web-App verbessert sich nicht durch die Umwandlung zur hybriden App.

Von der nativen Seite sieht es auch nicht besser aus: hier werden die entsprechenden Lizenzen und Hardware benötigt, um die Apps in die App Stores zu stellen. Es bleiben weiterhin die Hürden der Designrichtlinien bestehen, die ich im Artikel zur nativen App erläutert habe.

Hier zusammenfassend die Vor- und Nachteile der hybriden App:

Vorteile

  • Kombiniert Vorteile aus Web-App und native Entwicklungsansätzen
  • Günstigere Entwicklung als native Apps
  • Nahezu plattform- und geräteunabhängig
  • Zugriff auf Gerätehardware

Nachteile

  • Oft weniger komfortabel als native App
  • Höhere Kosten für benötigte Lizenzen und Hardware
  • Versionierungen müssen pro Plattform hochgeladen werden >> sehr aufwändig
  • Guidelines müssen eingehalten werden

Aller guten Dinge sind drei: auch im letzten Beitrag der Reihe will ich noch einmal den Entwicklungsprozess grafisch darstellen. Im ersten Schritt sehen wir also die einmalige Programmierung in den gängigen Web-Technologien. Im Anschluss wird das fertige App-Paket in PhoneGap hochgeladen und gleichzeitig in die entsprechenden Formate umgewandelt. Diese lassen sich nun direkt von PhoneGap via QR auf das eigene mobile Endgerät herunterladen und testen. Um die einzelnen App-Pakete in die App Stores zu stellen, müssen die Pakete auf dem Computer heruntergeladen werden und in diesen entsprechend hochgeladen werden.

Hybride App

Fazit

Nun haben wir alle App-Typen ein wenig besser kennengelernt. Doch ich kann mir vorstellen, dass über den ein oder anderen Köpfen doch noch einige Fragezeichen schweben, wann man denn nun welche App benutzt. Dies kann ich hier jedoch nicht pauschal beantworten. Welcher App-Typ benötigt wird, kommt ganz auf das Einsatzszenario an und muss von Fall zu Fall ausgiebig analysiert werden, damit das Projekt nicht scheitert. Was ich hier jedoch empfehlen kann, ist die Erstellung von Lasten- und Pflichtenheften, um die Anforderung an die App genauestens zu definieren – damit sollte einem erfolgreichen Projektabschluss nichts mehr im Wege stehen.

Quelle: Titelbild nach PhoneGap (2015)

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