Die native App

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Ist App gleich App? Eben nicht!
Doch ist das selbst manch mobilen „Heavy Usern“ nicht bewusst. Wir wollen Licht ins Dunkle bringen und Euch die 3 Allstars native App, Web-App und hybride App vorstellen. Was zeichnet diese aus, wo liegen die Stärken, wo die Schwächen? All das haben wir für euch in unserem Dreiteiler erörtert und zusammengetragen.

Gestartet wird das ganze von der nativen App – der Mutter der Apps.

Die native App

Die native App wird plattformabhängig entwickelt. Was heißt das genau? Jede mobile Plattform nutzt unterschiedliche bzw. teilweise eigene Programmiersprachen und verfügt dazu jeweils meist noch über eine eigene Entwicklungsumgebung (die wiederum teilweise nicht mit jedem Betriebssystem läuft). Schmeißt man all diese Punkte in einen Topf, kommt ein buntes Potpourri an Anforderungen zusammen.

Nehmen wir zum Beispiel die drei bekanntesten Plattformen. Möchte man für diese eine App auf den Markt bringen, so sind folgende Anforderungen zu beachten:

Plattform Programmiersprache Entwicklungsumgebung
Android Java Android SDK
iOS Objective-C / Swift xCode
Windows Phone C++, C# Windows Phone SDK

Unterm Strich heißt das also: möchte man eine App in den drei zuvor genannten Plattformen veröffentlichen, so müssen drei eigenständige Apps entwickelt werden. Und da für xCode das Betriebssystem Mac OS X benötigt wird, brauch man dazu noch einen Mac Computer. Dies bedeutet für die Entwickler also einen erhöhten Arbeitsaufwand, ein umfangreiches Know-how bezüglich der Programmiersprachen sowie die entsprechende Hardware.

In diesen Anforderungen liegen jedoch zugleich auch die Vorteile einer nativen App. Durch die Entwicklung in der entsprechenden Programmiersprache der Plattform ist es möglich, die Hardware des mobilen Endgerätes optimal zu nutzen und mit ihr zu interagieren. So ist es zum Beispiel möglich, das Mikrofon für Aufnahmen zu nutzen oder das GPS eines mobilen Endgerätes zur Ortung zu verwenden (vgl. Franke / Ippen 2013).

Auch die Entwicklung des User Interfaces (UI) hat seine Vorteile in der nativen Entwicklung. Durch die angepassten Entwicklungsumgebungen und Programmiersprachen sind die UI-Elemente fest definiert und standardisiert. Zugleich reglementieren Guidelines die Verwendung des User Interfaces. Durch das Zusammenspiel dieser Komponenten wirkt die App dadurch gewohnt und sehr ansprechend auf den User.

Die folgenden Links leiten Euch zu den jeweiligen Guidelines weiter.

Neben den spezifischen Programmiersprachen und Entwicklungsumgebungen verfügt jede Plattform über ihre eigene Distributionsplattform (Euch wohl eher bekannt als App Store). Die fertige App oder neue Versionen werden dort hochgeladen und anschließend im Store angeboten. Um die Apps jedoch in den App Stores hochladen zu können, werden Entwicklerlizenzen der jeweiligen Plattformen benötigt – diese sind kostenpflichtig.

Auch für Apps ist SEO unabdingbar, denn die eigene App soll ja in dem Meer der Apps Aufmerksamkeit geschenkt bekommen: Mithilfe von Schlüsselwörtern/Tags und optimierten Beschreibungen. Stimmen diese, so sollte die entsprechende Zielgruppe eigentlich von ganz alleine zur App finden. Gesondertes Marketing steht somit nur auf 2. Stelle und verläuft wenn dann über die von den Plattformen vorgegebenen Badges, die auf den Store-Eintrag verlinken, so wie die eigene Werbetrommel via Social Media, Blogs, der eigenen Homepage usw.

Bevor die App jedoch überhaupt im App Store bereitgestellt werden kann, durchziehen die Plattform Hersteller einen letzten Härtetest. Hierbei wird die App auf Einhaltung der Guidelines,  grobe Bugs sowie Malware getestet. Während Android hierfür meist nur flotte 5 Stunden benötigt, lässt sich Apple deutlich mehr Zeit – der Review benötigt bei ihnen ca. 14 Tage. Auch dies muss in den Entwicklungszeitraum mit eingeplant werden.

Hier nun noch einmal die Vor- und Nachteile der nativen App zusammengefasst.

Vorteile

  • Optimale Nutzung der Hardware
  • Hohe Qualität des User Interfaces
  • Einfacher Vertrieb über App Store
  • Hohe Performance
  • Keine Grenzen der Technologien

Nachteile

  • Strenge Designrichtlinien
  • Versionierungen müssen pro Plattform hochgeladen werden >> sehr aufwändig
  • Höhere Kosten für benötigte Lizenzen und Hardware
  • Erhöhte Anforderung an Programmierkenntnissen

Die folgende Abbildung soll nun noch einmal den Entwicklungsprozess der nativen App anhand von iOS, Android und Windows Phone darstellen. Ziel der Abbildung ist es, visuell hervorzuheben, dass es sich bei der Entwicklung von nativen Applikationen für verschiedene Plattformen um eigenständige Projekte handelt, die per se keine Schnittstellen haben und wenn für sich parallel ablaufen.

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Quelle: Frank / Ippen 2013 | Bergmann 2013

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