Mobile Dokumentation in Zahlen

Bild_Artikel_4

Die tekom hat mit einer Online-Umfrage im Frühjahr neben den üblichen Branchenkennzahlen erstmalig Zahlen zum Einsatz mobiler Dokumentation in der Technischen Dokumentation erhoben. Es nahmen 1.089 Personen teil. Da lohnt es sich mal die Zahlen genauer anzuschauen. Mobile Dokumentation ist in vielen Firmen im Gespräch, aber nur wenige haben sie tatsächlich schon im Einsatz.

Schaut man in die Technische Dokumentation, sieht man, dass sich dort “nur” 50% mit dem Thema befassen. 9% haben mobile Dokumentation bereits im Einsatz und fest im Prozess verankert.

Immerhin prüfen 30% das Thema und ziehen eine mobile Dokumentation in Erwägung. 11% der Befragten haben schon den Startknopf gedrückt und das Thema ins Rollen gebracht.

Einsatz mobiler Doku in der Technischen Dokumentation (2014)

Branchenkennzahlen tekom 2014

 

Wie sieht die Umsetzung aus?

Native App? Web-App? Hybride App?

Viele starten mit einer Web-App. Die Vorteile und schnelle Umsetzung haben wir bereits in der Blog-Reihe und dem ersten Beispiel einer Web-App gesehen.

Die Zahlen der Umfrage bestätigen das. Web-Apps sind mit 17,4% die meist verbreitetste Variante der möglichen Umsetzung.

Native (6,5%) und hybride Apps (5,3%) unterscheiden sich minimal. Wobei die native App prozentual noch ein kleinen Vorsprung hat.

Einsatz mobiler Doku in Unternehmen in der Technischen Dokumentation (2014)

Branchenkennzahlen tekom 2014

Es ist nicht verwunderlich, dass die Web-App sich von den anderen App-Varianten abhebt. Die Web-App ist eine geeignete Plattform zur Informationsbereitstellung. Sie ist plattformunabhängig und lässt sich ohne tiefergehende Kenntnisse in Programmiersprachen (wie Objective-C oder Java) umsetzen. Ist der Zugriff auf Komponenten des Endgerätes nicht nötig, empfiehlt es sich eine Web-App zu erstellen. HTML5 bietet heutzutage einige Möglichkeiten: Webseiten werden im lokalen Cache gespeichert, d.h. ist die Seite mal aufgerufen und es besteht keine Internetverbindung, können die Inhalte weiterhin verwendet werden (wenn man die Seite nicht aktualisiert). Audio- oder Video-Elemente können ohne zusätzliche Plug-Ins abgespielt werden. 

Wo wird die mobile Dokumentation eingesetzt?

Die Einsatzbereiche können ganz unterschiedlich sein. Der Einsatzbereich ist immer produkt- und somit auch zielgruppenabhängig.

Abgesehen von 57,5%, die keine mobile Dokumentation haben und planen, wurden in der Umfrage folgende Einsatzbereiche genannt:

  • Wartung/ Service >> 24,3%
  • Inbetriebnahme/ Installation >> 19,7%
  • Betrieb/ Nutzung/ Anwendung >> 15,4%
  • Marketing >> 11,7%
  • Vertriebsunterlagen/ Verkaufsunterlagen >> 10,6%
  • Reparatur/ Debugging >> 10,4%
  • Kataloge (Vertrieb, Verkauf oder Ersatzteile) >> 10,1 %
  • Entwicklungsbezogene Dokumentation/ Spezifikationen >> 7,5%
  • Außerbetriebnahme/ Deinstallation >> 5,3%
  • Kunden-Feedback >> 3,6%
  • Entsorgung >> 1,8%

Eine hohe Verbreitung ist im Bereich Wartung und Service sowie Inbetriebnahme und Installation.

Ich denke besonders im Bereich Reparatur wird es Zuwachs geben. Bei einer klassischen Bedienungsanleitung greift der Nutzer in der Regel auch vor allem bei Probleme zur ihr. Durch die Integration des mobilen Endgerätes in den Alltag, ist es sinnvoll, hier dem Nutzer eine mobile Abhilfe zu bieten.
Im Bereich Reparatur – sowie auch im Bereich Wartung und Service – kann vor allem der Einsatz von Augmented Reality möglich und sinnvoll sein.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein schönes Beispiel für die gelungene Umsetzung einer mobilen Dokumentation ist die App “InfoScan” der Bosch Thermotechnik GmbH (Android | iOS). Mit dieser App wird der Installateur in seiner Arbeit entlastet. Er kann einfach Produktinformationen durch abscannen eines Codes mit der App aufrufen. Langes Nachschlagen in Papierunterlagen ist damit passé. Diese Zielgruppe ist viel unterwegs, wenn sie dann noch ordnerweise Unterlagen mit sich tragen müssen, belastet das sie nur unnötig.

Fazit

Entscheidet man sich für die Erstellung mobiler Dokumentationen, braucht man dafür eine fundierte mobile Strategie. Die Zusatzinformationen müssen einen Mehrwert für den Kunden haben. Man muss sich also überlegen, was die Zielgruppe genau mit der mobilen Dokumentation anfangen soll und was sie von der mobilen Dokumentation erwartet.

Quellen: tekom Branchenkennzahlen 2014 | tekom Branchenkennzahlen 2014 (PDF) | Jerome Leicht: Mobile Produktinformation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *