Augmented Reality DIY – Teil 1 (Basics)

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Die Blogreihe Augmented Reality Do-it-yourself stellt dar, was Augmented Reality ist und gibt eine Anleitung, um eine einfache und erweiterte Augmented-Reality-Anwendung selbst zu erstellen. Im ersten Teil werden Grundlagen von Augmented Reality beschrieben und die Bedeutung sowie der mögliche Einsatz in der Technischen Dokumentation aufgezeigt.

Augmented Reality: was ist das?

Augmented Reality ist die Erweiterung oder Anreicherung der Realität. Es wird quasi etwas Unechtes in die Realität projeziert. Das wird z.B. bei Sportübertragungen eingesetzt (Einblendung von Entfernungsgrafiken wie die Abseitslinie).

Abgrenzung

Augmented Reality ist nicht die einfache Bilderkennung und das Anzeigen von Informationen (passend zum Kontext) z.B. als PDF oder Website. Bei Augmented Reality reagiert die Anwendung mit der Umwelt und die Umwelt wird in die Darstellung auf dem Gerät mit einbezogen.

Quelle: http://c.fastcompany.net/multisite_files/cocreate/imagecache/1280/poster/2013/02/1682447-poster-1280-augmented-reality-urban-art.jpg

Quelle: fastcompany

Augmented Reality ist von Virtuality abzugrenzen. Die folgende Darstellung ist eine gelungene Visualisierung des Unterschiedes, sie zeigt die Abgrenzung der Begriffe. Augmented Reality bezieht die aktuelle Umgebung in Echtzeit mit ein.

Kontinuum_nach_Milgram_Kishino_be_Grafik

 

Quelle: Vgl. Milgram/Kishino, eigene Bearbeitung (Heike Hellmich)

Augmented Reality kann sehr gut für Marketingzwecke eingesetzt werden. So kann ein Automodell vorgestellt werden, ohne das Auto tatsächlich vor Ort bereitzustellen: Beispiel Nissan Teana . Ein geeignetes Szenario in der Technischen Dokumentation kann eine komplexe Montageanleitung (z.B. in der Automobilindustrie) sein. Man erspart sich das Erstellen langer und komplexer Texte und dem Leser wiederum das Lesen und Rezipieren dieser Texte: Beispiel BMW . Zu guter Letzt ist es natürlich auch ein interessanter Punkt für den Endkunden: zum Beispiel bei der Störungsabhilfe . Wir haben die Bedienungsanleitung irgendwo abgeheftet, aber wo? Beim Auto vielleicht noch in der Sammelmappe, die im Handschuhfach liegt. Wo das Smartphone ist, wissen wir immer. Somit ist es sinnvoll dieses Gerät auch für solche Zwecke einzusetzen.

Vorteile von Augmented Reality

  • Einsatz in der Dokumentation und Schulung
  • Qualitätssteigerung (schnellere Durchführung von Handlungsschritten und Reduzierung von Fehlern) durch Visualisierung komplexer Szenarien (z.B. Service oder Reparatur)
  • Abstrahierungsgrad wird minimiert (durch Übertragung in reale Umgebung)
  • Zeitersparnis (versteckte Bauteile sichtbar machen, kann z.B. Ein- und Ausbauten vermeiden  Folge Kostenersparnis)
  • Kein Extra-Gerät zur Darstellung nötig
  • Kosteneinsparung durch schnellere Behebung von Störungen (Folge)
  • Behaltensleistung und Lerneffekt größer als bei einer Schulung mit reinem Vortrag
  • Nutzung vorhandener Daten möglich
  • Imagegewinn (wenn es dem Kunden mehr als den Wow-Effekt bietet)
  • Kontextsensitive Informationen (zur benötigten Zeit am richtigen Ort)

Nachteile von Augmented Reality

  • Keine optimale Darstellung oder Performanzprobleme aufgrund fehlender Rechenleistung des Darstellungsgerätes (geräteabhängig)
  • Beeinträchtigung in der Erkennung durch schwierige Lichtverhältnisse, Verschmutzung u.a.
  • Berührungsängste (zielgruppenabhängig)
  • Überforderung des Nutzers
  • Brilleneinsatz bei manchen Szenarios schwierig, da diese Technik noch nicht ganz ausgereift ist (z.B. Brille ist etwas schwer, ungewohnt, Sehschwächenkorrektur ist nicht möglich, etc.)
  • Bearbeitung der vorhandenen CAD-Daten nötig (meist zu große Datenmengen und zu viele Polygone)

Einsatz in der Technischen Dokumentation

Für schnelles Zeigen und um etwas Erfahrung zu sammeln, eignet sich der metaio creator . Für den professionellen Einsatz braucht man mehr. Hier bietet die Gemeinschaftsentwicklung von RE’FLEKT    und Bosch Automotive Service Solutions eine Plattform: Common Augmented Reality Plattform (CAP) vorgestellt auf der tekom-Tagung in Stuttgart. Mit dieser Plattform ist es möglich Augmented Reality in den Dokumentationsprozess und ein Redaktionssystem (CMS) einzubinden. Somit kann Augmented Reality einfach in das Single-Source-Prinzip integriert werden.

Mit einem ausgereiften Konzept zur Darstellung der Inhalte ist eine Augmented-Reality-Publikation so auf Knopfdruck möglich. An der Arbeit und dem gewohnten Arbeitsumfeld (Redaktionssystem) des Technischen Redakteurs ändert sich nicht viel. Er hat nun zusätzlich die Möglichkeit neben Bildern oder Videos eine Augmented-Reality-Szene zu erstellen.

Mehrwert

Bevor man sich entscheidet, Augmented Reality einzusetzen, muss man prüfen, ob der Einsatz dem Kunden einen Mehrwert gibt.

Komponentenerkennung

Der Nutzer scannt mit seinem Gerät eine Maschine ab und kann über Markierungspunkte (z.B. als Label dargestellt) in den direkten Kontext reinspringen und sich so schnell weiterführende Informationen der Komponente entsprechend anzeigen lassen.

Die Gefahr die Dokumentation des falschen Maschinentyps zu nehmen, fällt dadurch weg. Lästiges Blättern ebenso. Das spart dem Monteur oder Wartungstechniker Zeit und Geld.

Quelle: http://www.re-flekt.com/images/slideshow/machine_bg_website.jpg

Quelle: RE’FLEKT

Unsichtbares sichtbar machen

Der Nutzer scannt mit meinem Gerät eine Maschine ab und sieht Elemente des Inneren, die er sonst nur durch Zerlegen der Maschine sehen würde, zum Beispiel durch das Anzeigen eines animierten 3D-Modells (Schnittmodell) oder zum Beispiel ein Kabelbaum. Es können auch diverse Bereiche mittels Augmented Reality hervorgehoben werden. Das ist ideal im Bereich Schulung.

Quelle: Pressebox

Kontextsenstitive Informationsbereitstellung

Scannt der Nutzer die entsprechende Stelle oder Bauteile ab, erhält er Informationen, die direkt in die Situation reinprojeziert werden können, zum Beispiel eine Schritt-für-Schritt-Anleitung (Utility-Film). Der Nutzer kann Schritt für Schritt direkt am Gerät die Abfolgen sehen und muss nicht von Text und Bild zum Gerät abstrahieren. Folgen sind z.B. der Rückgang von Fehlerraten.

Fazit

Die Technik ist heute weit entwickelt und bietet viele Möglichkeiten. Ein Konzept und saubere Informationsmodelle sind grundlegend. Es muss auch eine passende Anzeigemöglichkeit vorliegen (Smartphone vs. Tablet). Die Zusatzinformationen müssen einen Mehrwert für den Kunden haben.

Augmented-Reality-Anwendungen können zu einem Imagegewinn eines Unternehmens führen. Gleichzeitig gibt es dem Produkt einen Mehrwert, der Kunde identifiziert sich noch stärker mit dem Produkt und seine Zufriedenheit steigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass er dieses Produkt seinen Freunden empfiehlt (Virales Marketing) oder selbst weitere Produkte kauft, ist dadurch sehr hoch. Im Bereich Marketing mag die Aufmerksamkeit und der Wow-Effekt ausreichen, in der Technischen Dokumentation muss dafür ein ausgereiftes Konzept und eine Strategie dahinter liegen. Augmented Reality löst keinenfalls die gedruckte Anleitung ab, in vielen Fällen muss sie aus rechtlichen Gründen noch vorliegen, doch wenn die Anwendung dem Nutzer einen Mehrwert bietet, kann es eine ideale Ergänzung sein.

Quelle: metaio | Jürgen Lumera: Is Augmented Reality the future of technical documentation

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